Kompetenzzentrum Ausbildung Koordinatenmesstechnik (AUKOM)
Titelbild AUKOM
Fachbereich Ingenieur- und Naturwissenschaften

Kompetenzzentrum Ausbildung Koordinatenmesstechnik (AUKOM)

Die Ausbildung Koordinatenmesstechnik erweitert das optionale Studienangebot für Studierende der Studiengänge Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen.

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letzte Aktualisierung:       28.März 2025   -   09:00 Uhr

18.AUKOM-Ausbildung vom 10. bis 14.Februar 2025

                     

Überblick zur AUKOM-Ausbildung an der Technischen Hochschule Wildau

 

Liebe Studierende!

Nachfolgend grundsätzliche Informationen zum aktuellen optionalen Studienangebot AUKOM-Ausbildung an der Technischen Hochschule Wildau.

 

Ausbildungskonzept des AUKOM e.V.

1. Ansatz zur AUKOM-Ausbildung

  • Die nachfolgenden Informationen dienen der Einordnung des optionalen Studienangebotes Ausbildung AUKOM - Stufe 1 Basis an der Technischen Hochschule Wildau und richten sich insbesondere an unsere zukünftigen Absolventen der Studiengänge Maschinenbau / Wirtschaftsingenieurwesen (Bachelor-Studiengänge).

  • Die Technische Hochschule Wildau ist bemüht, die Berufschancen ihrer Absolventinnen und Absolventen im Allgemeinen und die der ingenieurtechnischen Studiengänge Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen im Besonderen weiter zu verbessern.

  • Eine Möglichkeit diese Bemühungen wahrzunehmen war für die Technische Hochschule Wildau die Inanspruchnahme und Unterstützung des Konzepts der Ausbildung Koordinatenmesstechnik des AUKOM e.V. als optionales Angebot in der ingenieurtechnischen Ausbildung für zukünftige Absolventinnen und Absolventen.

  • Die Technische Hochschule Wildau ist davon überzeugt, dass dieses optionale Angebot einer zusätzlichen Ausbildung im Form einer national und international anerkannten Ausbildung zur Koordinatenmesstechnik, die Berufseinstiegschancen ihrer Absolventinnen und Absolventen direkt verbessern hilft.Einen verbindlichen Charakter erhalten diese Bemühungen der Technischen Hochschule Wildau durch ihre Mitgliedschaft im AUKOM e.V.

  • Seit dem Jahr 2006 wird an der Technischen Hochschule Wildau an der praktischen Umsetzung dieses optionalen Angebots zur Ausbildung Koordinatenmesstechnik im Rahmen der Ingenieurausbildung erfolgreich gearbeitet.In den Produktrealisierungsprozessen ist es im Rahmen der Produktentwicklung, der Fertigung als auch insbesondere der Qualitätssicherung erforderlich nachzuweisen, dass die bestehenden Anforderungen an die Ausführung der Produkte (Ausprägung der ausgewiesenen Qualitätsmerkmale / Prüfmerkmale) erfüllt werden.

  • Eine Vielzahl dieser Qualitätsmerkmale sind variable Prüfmerkmale.

  • Die Erfassung der Ausprägung der Prüfmerkmale an den Produkten erfolgt durch Messen.Um entsprechendes Vertrauen in die erzielten Messergebnisse und ihre Bewertung im Vergleich zu den zu erfüllenden Vorgaben (Spezifikationen) setzen zu können, ist es erforderlich, dass sichergestellt ist, dass zum einen die eingesetzte Messgerätetechnik für die Messaufgabe geeignet ist und zum anderen durch den Messgerätebediener der messtechnisch ordnungsgemäße Einsatz der Messgerätetechnik gewährleistet wird.

  • Der Messgerätebediener trägt damit eine große Verantwortung für die Bereitstellung gesicherter vertrauenswürdiger Informationen, d.h. Zahlen, Daten, Fakten, also von Messergebnissen, die die Grundlage nachfolgender (richtiger) Entscheidungen im Unternehmen, aber auch gegenüber Kunden und Lieferanten bilden.

  • Entsprechend dem Leitgedanken von Prof. Kamiske, Qualität = Technik + Geisteshaltung, ist die Qualität der Leistungen und damit auch die eines Messergebnisses das Resultat des Einsatzes von notwendigen know how in Form von Messtechnik und dem verantwortlichen Handeln desjenigen, der diese Messtechnik zur Anwendung bringt.

  • Neben der für die ausgewiesenen Messaufgaben geeigneten Messgerätetechnik bedarf es also immer notwendigerweise ingenieurtechnischen Personals, dass die dann anzuwendende Messgerätetechnik aus messtechnischer Sicht richtig einsetzt.

  • Im Folgenden wird in einem kurzen Überblick das Konzept der AUKOM Ausbildung Koordinatenmesstechnik des AUKOM e.V. vorgestellt.

  • Ausführliche und weitere Informationen zum Konzept der Ausbildung Koordinatenmesstechnik gibt es direkt beim AUKOM e.V.

 

2. mehrstufiges Ausbildungskonzept des AUKOM e.V.

  • Das Konzept Ausbildung Koordinatenmesstechnik des AUKOM e.V. ist hierarchisch mehrstufig aufgebaut. Die erste Stufe ist eine zertifizierte Grundlagenausbildung, die höchste Stufe die zertifizierte Expertenausbildung.

  • Der Teilnehmer an der Ausbildung erwirb eine personenbezogene Qualifizierung (personenbezogenes Ausbildungszertifikat), die mit die Grundlage für mögliche nachfolgende Ausbildungsstufen bildet, d.h. die Teilnahme an der Ausbildung AUKOM Stufe 2 setzt die erfolgreiche Ausbildung AUKOM Stufe 1 Basis voraus.

  • Für die Teilnahme an der Ausbildung Stufe 3 ist analog dazu die erfolgreiche Ausbildung Stufe 2 notwendige Voraussetzung. 

 

mehrstufiges Ausbildungskonzept

3. Überblick zur Ausbildung Koordinatenmesstechnik an der TH Wildau

  • Einen anerkannten Ausbildungsberuf "Messtechniker" im Allgemeinen und einer "Messtechniker Koordinatenmesstechnik" im Besonderen gibt es nicht.

  • Die entsprechende Kompetenz des Mitarbeiters zur Koordinatenmesstechnik erwirb sich der Mitarbeiter in der Regel berufs-/ tätigkeitsbegleitend, ohne einen ganzheitlichen Ausbildungsansatz, sowie wie er vom AUKOM e.V. erfolgreich etabliert und in der nationalen und internationalen Wirtschaft bereits anerkannt wird.

  • Für den interessierten ingenieurtechnischen Nachwuchs stehen verschiedene Wege offen, um sich für die Arbeit mit und an Koordinatemesstechnik die allgemein notwendige Kompetenz zu erlangen.

 

4. Inhalt der Schulungsunterlage AUKOM Stufe 1 Basis - Modul 1 bis 14

1-1 Messgrößen und Einheiten

SI-Einheiten inkl. Definition und Geschichte, Basisgrößen, abgeleitete Größen, Vorsätze der Einheiten, Winkel, Umrechnung Grad in Radiant, konventionelle Mess- und Prüfmittel

 

1-2 2D und 3D Koordinatensysteme

(Mathematische) Zeichenebene, Ursprung, kartesische Koordinaten, Rechte-Hand-Regel, Translation und Rotation, Polarkoordinaten, Zylinder- und Kugelkoordinatensystem

  

1-3 Koordinatenmessgeräte

Geschichte der Koordinatenmessgeräte, Achsenführung, Messrechner und Messsoftware, Werkstückaufnahme, Drehtisch, Dreh-Schwenk-Einrichtung, Ausleger-/ Brücken-/ Ständer-/ Portalbauart, Unterschiede der Bauarten, Genauigkeit und Präzision der Koordinatenmessgeräte, rechnerische Korrektur, Formprüfgeräte

  

1-4 Sensoren für Koordinatenmessgeräte

Sensorenauswahl, schaltende und messende Messkopfsysteme, Taster, Tasterwechseleinrichtung, optische Sensoren, Bildverarbeitungssensoren, Lasertriangulation

 

1-5 Grundlagen Messtechnik

Zeichnungseintrag (Bemaßung, Toleranzsymbole), Normenbezug, Unterschiede Nenngeometrieelement – Wirkliches Geometrieelement – Erfasstes Geometrieelement – Zugeordnetes Geometrieelement, Freiformflächen

 

1-6 Maßtolerierung

Maßtoleranzen, Taylorscher Grundsatz, Normen, Symbole und Zeichnungseintragungen, Längenmaße, Winkelmaße, Grenzmaße und Passungen, ISO-Passungssystem, Allgemeintoleranzen

    

1-7 Geometrische Elemente

Standardgeometrieelemente  Ebene, Zylinder, Kegel, Kugel, Gerade, Kreis, Punkt, Torus
Vektor, Normalenvektor, Mindestpunktanzahl, Projektion

 

1-8 Geometrische Verknüpfungen

Berechnen von Merkmalen aus zwei Geometrieelementen (Abstand und Winkel), Berechnen von neuen Geometrieelementen aus zwei Geometrieelementen (Schnitt, Symmetrie), Berechnen von neuen Geometrieelementen aus mehreren Geometrieelementen (Verbindungselemente)

 

1-9 Vorbereiten einer Messung

Normgerechte Temperatur, Werkstück reinigen, temperieren, fixieren (Verspannung vermeiden), Spannsysteme, Messgerät und Software starten

 

1-10 Sensoren auswählen und einmessen

Sensoren auswählen, Sensor/Taster einmessen, Sensorversatz bei Multisensorsystemen, Referenztaster, Kugelnormal, Tastkugelradiuskorrektur, mechanische Filterwirkung bei taktilen Sensoren, Strukturauflösung bei optischen Sensoren, Folgefehler bei ungenauem Einmessen

 

1-11 Messen

Werkstückkoordinatensystem ermitteln, Unterschied zu Steuerkoordinatensystem, Grob- und Feinausrichtung, Antasten, Bezüge, Kollisionskonsequenzen, Antastpunktanzahl und -verteilung, Einflüsse auf Messergebnis

    

1-12 Messung auswerten

Ausgleichsverfahren Gauß / Hüll / Pferch / Tschebyscheff, Kennwerte: Mittelwert, Standardabweichung, Median, Spannweite/Range; Ausreißer, Streuung, Histogrammdarstellung, Einflüsse auf Messergebnis

 

1-13 Prüfplanung

Vollständig beschriebenes Prüfmerkmal Zweck der Messung, Fertigung des Bauteils, Funktion des Bauteils, Art der Merkmale / Objektbeurteilung, Fertigungsarten und Genauigkeiten sowie Gestaltabweichungen, Auswirkungen der Gestaltabweichungen auf die Messtechnik, Prüfplanung, Prüfmerkmale identifizieren

  

1-14 Dokumentation und Qualitätsmanagement

Messprotokollierung, Nachvollziehbarkeit, Messstrategiedokumentation, Qualitätsregelkarten, Zusammenarbeit Konstruktion – Fertigung – Prüfung

 

zusätzlich an der Technischen Hochschule Wildau:

 

Ü1 - Praktische Übungen am taktilen Koordinatenmessgerät

Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Messungen am taktilen Koordinatenmessgerät

 

Ü2 - Praktische Übungen am optischen Koordinatenmessgerät

Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Messungen am optischen Koordinatenmessgerät

AUKOM-Trainer Dr.-Ing. Ingolf Wohlfahrt Dr.-Ing. Ingolf Wohlfahrt

Tel.: +49 3375 508 913
Mail: ingolf.wohlfahrt@th-wildau.de
Haus 14, Raum A224

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AUKOM-Trainer B.Eng. David Bauer B.Eng. David Bauer

Tel.: +49 3375 508 844
Mail: david.bauer@th-wildau.de
Haus 14, Raum A201

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